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Golfrasen - so gesund wie im Kindergarten

Ein schlechtes Image hat landläufig die Rasen-Pflege auf Golfplätzen - in Bad Tölz freilich völlig zu Unrecht. Keine Spur von chemischer Keule oder Überdüngung. Zwei nachdenkliche Greenkeeper beim Versuch, Vorurteile zu entkräften.
»Im Vergleich zu einer landwirtschaftlich genutzten Wiese passiert auf einem Golfrasen viel weniger Schädliches.« Dusan Amrhein sagt das nicht etwa, um Landwirte zu provozieren. Der Greenkeeper des Golfclubs Bad Tölz hat im Laufe seines Berufslebens mitbekommen, welche Vorurteile über die Bewirtschaftung der Spielflächen aus Unkenntnis verbreitet werden. »Wir aus der Branche können nur den Kopf schütteln, was da so hochgekocht wird«, sagt Amrhein, der die Bewirtschaftung seines Golfplatzes mit Biolandbau vergleicht. Dass ein Golfplatzbesitzer jüngst dafür klagen musste, einen Wachstumsregulierer einzusetzen (wir berichteten), zeigt für Amrhein das ganze Ausmaß der Ignoranz. »Vielleicht interessiert es die Menschen, dass Weizen seit Ewigkeiten kurzgespritzt wird, damit er schön stabil wächst und gut geerntet werden kann.« Ein Mittel, das das Wachstum des Grases verlangsamt, hatte auch im Zentrum des Prozesses vor dem Verwaltungsgericht gestanden. Der Kläger hatte gewonnen, denn das Mittel hätte ihm keinesfalls untersagt werden dürfen. Das steht so übrigens auch im Pflanzenschutzgesetz. »Wir verwenden Biodünger«, so Amrhein. Wenn Menschen sehen, dass gesprüht wird, laufe im Kopf meist der gleiche Film ab. »Aber da bringen wir etwa Pilzkulturen aus, mit denen wir Schädlinge bekämpfen.« Der Trend gehe dahin, den Boden zu stärken und das Leben darin zu fördern - »dann kriegt man einen dichten und widerstandsfähigen Rasen«, sagt Amrhein. Kein Golfplatz lasse sich gegen die Natur betreiben. »Wenn man Wachstumsregulierer einsetzt, kann man sich einen Mähgang sparen - übers Jahr macht das richtig viel an eingespartem Treibstoff und Abgasen aus«, sagt Manfred Beer, Head-Greenkeeper des Golfclubs Isarwinkel. »Golfplätze sind von der Genehmigung der zu verwendenden Mittel her in einer Kategorie mit den Wiesen in Kindergärten und Schulen«, sagt Beer. Verwendet werden dürften nur »die harmlosesten Sachen«. Klar sei, dass man auch die Ressourcen schone - »denn die Mittel sind sicher alles andere als billig«. Bisher setzt Beer keine Wachstumsreduzierer ein. »Aber ich würde das gern mal testen«, sagt der Fachagrarwirt. Ein Golfplatz bestehe aus unterschiedlichen Wiesen. »Ein Fairway wird anders gepflegt als etwa das Green.« Wenn wirklich einmal ein Pflanzenschutzmittel notwendig sei, um einen Schädling zu bekämpfen, »dann geht es vielleicht um ein oder zwei Prozent der Gesamtfläche«. Oft sei die Meinung über Golfplätze negativ, »weil sich die Leute nicht auskennen«, so Beer. »Wir setzen viel Geld ein, um zu ökologisch verträglichen Ergebnissen zu kommen und so Pflanzenschutzmittel zu vermeiden.«